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Behindertenpolitik

Unsere Position zur Behindertenpolitik:

Die  GRAUEN PANTHER sind in erster Linie die politische Vertretung der älteren Generation. Damit ist naturgemäß die Altersversorgung ein besonders wichtiges Thema. Aber auch die Themen Behindertenpolitik und Krankenversicherungspolitik.  Denn ältere Menschen sind überdurchschnittlich oft behindert und/oder krank.

Darüber hinaus hat unser Spitzenkandidat  – Dr. Ulrich Wlecke – hierzu ein persönliches Anliegen. Dazu seine persönliche Erklärung:

„Mein Name ist Ulrich Wlecke (60 J. alt). Ich bin Spitzenkandidat der Grauen Panther zur hiesigen Europawahl. Das Thema Behinderten-politik ist mir persönlich sehr wichtig, denn ich war jahrelang behindert und habe als Behinderter gelebt. Meine Erfahrungen daraus fließen in mein politisches Engagement ein:

Im Januar 2015 erlitt ich einen „Infarkt der Kleinhirns“ (laienhaft: eine Blutung). Wäre es im Großhirn gewesen, würde man es einen Schlaganfall nennen.  Im Kleinhirn sitzt des Bewegungszentrum, das zum großen Teil zerstört wurde. 

Ich hatte das Glück, schnell in geeignete medizinische Behandlung zu kommen. Zwischen ersten Symptomen und der Operation in der Uniklinik Düsseldorf vergingen nur wenige Stunden. Das war wohl meine Rettung.

Durch die Erkrankung und die Operation wurde mein Bewegungszentrum zum großen Teil zerstört:  Nach der Operation musste ich künstlich beatmet und ernährt werden. Meine Handschrift war weg und ich konnte nur noch undeutlich sprechen. Ich konnte mich nicht kontrolliert bewegen. Gehen, Stehen, Sitzen außerhalb des Krankenbettes, waren nicht möglich. Außerdem hatte ich in  den drei Monaten nach der Operation Gedächtnisverlust.  Die Narben von der Operation sind bis heute sichtbar. Nur Denken ging.

Die erste Prognose war Tod.

Die Prognosen waren sehr schlecht:

Die zweite Prognose war lebenslang Rollstuhl.Dementsprechend deprimiert waren meine Familie und (später) ich.

Nach drei Monaten kehrte mein Gedächtnis zurück. Für die Zeit vor der Erkrankung und von da an. Für die drei ersten Monate im Krankenhaus ist meine Erinnerung weiterhin weg. Insgesamt war ich rund 1 ½ Jahre in verschiedenen Krankenhäusern und in der Reha. Davon die letzten Monate in der ambulanten Reha in Düsseldorf.  

Es gibt Erfahrungen mit Kleinhirn-Verletzten. Einige von Ihnen haben ihre Fähigkeiten wieder erlangt, aber nach langer Zeit und ohne Zwangsläufigkeit. Es konnte gelingen, aber es musste  nicht.

Ich habe es dann hinbekommen. Erst für einige Zeit im Rollstuhl. Dann Rollator (den ich heute noch habe, aber zum Glück nicht mehr benutzen muss). Dann Krücken. Dann Stock. Und in letzter Zeit ohne Hilfsmittel. Und immer: Sehr viel Üben.

Als mein Gedächtnis wieder kehrte, bekam ich einen Rollstuhl und eine Lange Zeit des Übens begann. Alles an Bewegung musste ich neu lernen. Die Prognose in dieser Zeit war: lebenslang Rollstuhl.

Ich hatte ein Jahr lang Fahrverbot. Am Ende dieses Jahres habe ich dann die Fahrschule neu besucht und erhielt eine Fahrtüchtigkeitsbescheinigung.

In dieser Zeit habe ich sehr viel gelernt:•Der ÖPNV (jedenfalls in einer Großstadt wie Düsseldorf) ist besser als sein Ruf. Glücklicherweise hatte ich immer Fahrer aus dem Freundes- oder Familienkreis zur Verfügung, wenn es mal mit dem ÖPNV nicht ging.••Heute weiß ich aus eigener Erfahrung, dass der ÖPNV nicht behindertengerecht ist und viele Verbesserungen braucht.  Und dass es wichtig ist, gegebenenfalls auch mal jemand zu fahren.